Support
Hilfe für GrowKit-Käufer
Alles, was du für dein GrowKit brauchst – von Auspacken über den richtigen Schnitt bis zur zweiten Ernte. Gilt für alle Speise- und Vitalpilz-GrowKits von Pilzlabor.
Quickstart in 60 Sekunden
- Auspacken & prüfen: Block weiß durchwachsen (bei Shiitake bräunlich), kein Schleim, kein grüner oder schwarzer Schimmel.
- Sorte wählen und passend einschneiden – die Details stehen weiter unten unter „Öffnung schneiden“.
- Feuchte + Frischluft: 1–2× täglich feiner Nebel auf die Umgebung, nicht in die Öffnung.
- Warten: oft 5–10 Tage bis zu den ersten Pins. Shiitake und Reishi brauchen deutlich länger.
Die drei häufigsten Fehler: zu großer Schnitt · direkt in die Öffnung sprühen · zu wenig Frischluft. Dann werden Pilze lang und dünn oder starten gar nicht erst.
Merksatz: Pilzzucht ist zu 80 % „Bedingungen“ – Feuchte, Frischluft und Geduld. Fehlt eines davon, stockt es.
Wann du starten solltest
Wenn dein GrowKit ankommt, ist das Myzel frisch und fruchtungsbereit – das ist der beste Moment zum Starten. Teilweise siehst du sogar schon kleine Ansätze im Beutel.
Wenn es gerade nicht passt, kannst du das Kit kurz lagern:
- Kühlschrank bei ca. 4–6 °C, nicht einfrieren
- Maximal 1–2 Wochen
- Nicht luftdicht einschweißen – der Block soll atmen
Am besten innerhalb der ersten 3–5 Tage nach Lieferung starten. Je länger du wartest, desto mehr Energie verbraucht das Myzel – das kann den Fruchtungsstart schwächen.
Schritt 1: Auspacken & kontrollieren
Nimm dein GrowKit vorsichtig aus dem Karton und prüfe kurz:
- Keine schleimigen Stellen, kein fauliger Geruch
- Keine grünen oder schwarzen Flecken (Schimmel)
- Kleine Primordien (Mini-Pilzansätze) sind ein gutes Zeichen – dann geht es bald los
Keine Panik bei Shiitake: Shiitake-Blöcke färben sich mit der Zeit braun und bilden außen eine feste, lederartige Kruste. Das ist kein Schimmel, sondern die natürliche Schutzschicht – sie zeigt sogar an, dass der Block fruchtungsreif ist. Auch gelbliche Tropfen („Myzel-Schwitzwasser“) sind normal.
Schritt 2: Öffnung schneiden (je nach Sorte)
Das ist der wichtigste Schritt. Schneide nur dort, wo du Pilze haben willst – und starte lieber zu klein, vergrößern kannst du später immer noch.
Austernpilz / Rosenseitling / Zitronenseitling
- Schnitt: 1–2 kleine X-Schnitte auf einer Seite, je ca. 3–4 cm
- Danach den Beutel oben eng umklappen und mit Gummi oder Tape fixieren, damit er nicht oben im Beutel fruchtet
- Nicht großflächig aufschneiden – zu große Öffnungen trocknen den Block aus
- Temperatur: Austernseitling ist ein Winterpilz und kommt auch mit kühlen 12–18 °C klar. Zitronenseitling mag es wärmer (20–25 °C) und startet bei Kälte nur zögerlich
Lions Mane (Löwenmähne)
- Schnitt: 1 kleiner X-Schnitt (ca. 3 cm) reicht meist
- Danach den Beutel oben eng umklappen und fixieren
- Mag es konstant feucht – trocknet er aus, wird er schneller gelb
- Nie direkt in die Öffnung sprühen, immer nur die Umgebung
Kräuterseitling (Oberflächen-Fruchtung)
- Schnitt: Beutel ca. 7 cm über dem Substrat einschneiden, ungefähr auf Höhe des weißen Filters
- Ziel: Luft kommt rein, die Oberfläche bleibt feucht – dort bilden sich die Fruchtkörper
- Nicht komplett öffnen, sonst trocknet die Oberfläche aus
- Reagiert empfindlicher auf Wärme und CO₂ als andere Seitlinge – am besten bei kühlen 15–18 °C und viel Frischluft
Shiitake
- Beutel komplett entfernen
- Block so aufstellen, dass er gut Luft bekommt, aber nicht austrocknet
- Die braune Kruste ist gewollt: Sie schützt den Block und zeigt Fruchtungsreife an
- Temperatur: fruchtet am besten kühler (15–20 °C), über 24 °C bleibt die Fruchtung oft ganz aus
- Wenn nach 10–14 Tagen nichts passiert: Block über Nacht (12–24 Std.) komplett in kaltes Wasser tauchen, abtropfen lassen und wieder aufstellen – dieser Kältereiz löst die Fruchtung fast immer aus
Reishi
- Beutel geschlossen lassen – Reishi mag mehr CO₂ als andere Arten
- Temperatur: liebt es warm, ca. 22–28 °C sind ideal
- Geduld: erste Fruchtkörper oft erst nach 4–6 Wochen, volle Entwicklung 2–3 Monate. Das ist normal
- Geweih oder Fächer? Im geschlossenen Beutel wächst Reishi geweihartig („Antler“). Für die klassischen flachen Fächer („Conks“) den Beutel oben aufschneiden, sobald die Geweihe 5–8 cm hoch sind
Schritt 3: Feuchte & Frischluft
Hier scheitern die meisten: Entweder ist es zu trocken – oder es gibt zu wenig Frischluft. Deshalb halten wir es bewusst einfach.
Standard-Setup (empfohlen)
- Standort: helles, indirektes Licht, kein direktes Sonnenlicht, keine Heizungsluft
- Sprühen: 1–2× täglich feiner Nebel auf die Umgebung und den Beutel von außen
- Nicht in die Öffnung sprühen, keine Pfützen im Beutel
- Frischluft: normale Raumluft, nicht in einen komplett dichten Behälter sperren
Box-Setup (nur wenn es zu trocken ist)
- Bei sehr trockener Wohnung (Heizungsluft) oder wenn Lions Mane ständig vergilbt
- Durchsichtige Kiste oder Mini-Gewächshaus
- Deckel immer einen Spalt offen lassen oder 1–2× täglich kurz lüften
- 1–2× täglich feiner Nebel auf die Box-Wände, nicht in die Öffnung
Richtwerte: ca. 18–23 °C, hohe Luftfeuchte, indirektes Licht. Wichtiger als Zahlen: nicht austrocknen lassen UND genug Frischluft geben. Alltags-Check: Es darf leicht feucht wirken, aber nicht tropfen oder muffig riechen. Werden die Pilze lang und dünn oder bekommen „flauschige Füße“ → mehr Frischluft.
Wo du dein GrowKit besser nicht hinstellst: Fruchtende Pilze geben Sporen ab – ein feiner weißer bis bräunlicher Staub, der sich auf Möbeln absetzt und bei manchen Menschen die Atemwege reizt.
- Nicht ins Schlafzimmer oder neben das Kopfkissen
- Nicht auf oder über die Heizung und nicht in die pralle Sonne
- Nicht in ständige Zugluft – das trocknet die Fruchtkörper aus
- Gut geeignet: helle Küche, Wohnzimmerregal oder Arbeitszimmer. Wer wenig Sporen will, erntet rechtzeitig
Ernten: Zeitpunkt & Technik
Wenn die Bedingungen passen, kommen die ersten Fruchtkörper oft nach 5–10 Tagen. Shiitake braucht meist 10–20 Tage, Reishi mehrere Wochen.
Austernpilz / Rosenseitling / Zitronenseitling
- Hüte sind groß und gewölbt, aber noch nicht flach oder eingerissen
- Ränder beginnen sich leicht nach oben zu biegen
- Lieber etwas früher ernten als zu spät, sonst sporulieren sie
Shiitake
- Hut hat sich sichtbar geöffnet, Stiel kräftig, Farbe kräftig braun
- Risse im Hut sind okay und typisch bei kräftigen Fruchtkörpern
- Ideal: ernten, wenn der Hutrand noch leicht eingerollt ist – dann ist das Aroma am intensivsten
Lions Mane
- Fransen sind gut sichtbar, ca. 0,5–1 cm
- Farbe bleibt weiß – wird er gelblich, war es zu spät oder zu trocken
Reishi
- Erntereif, wenn die hellen Wachstumsränder verschwinden und sich die Spitzen rotbraun färben
- Der Fruchtkörper wird hart und holzig und wächst sichtbar nicht mehr weiter
- Kein Speisepilz für die Pfanne – wird getrocknet und zu Tee, Pulver oder Tinktur verarbeitet
So erntest du richtig:
- Scharfes, sauberes Messer verwenden
- Direkt am Block abschneiden – alternativ vorsichtig drehen und ziehen, wenn es leicht geht
- Immer das ganze Büschel auf einmal ernten, nicht einzelne Hüte herauspflücken
Nicht zu spät ernten – sonst verlieren die Pilze Textur und Geschmack und beginnen zu sporulieren.
Ernte lagern & verarbeiten
Frisch aufbewahren:
- Haltbarkeit: ca. 5–7 Tage im Kühlschrank
- In Papiertüte oder offener Schale im Gemüsefach – niemals in Plastik, dort bildet sich Kondenswasser und die Pilze werden schmierig
- Nicht waschen: nur trocken abbürsten oder kurz abreiben, sonst saugen sie sich mit Wasser voll und lassen sich schlecht anbraten
Trocknen für den Vorrat:
- In ca. 0,5–1 cm dicke Scheiben schneiden
- Im Dörrgerät oder Backofen bei maximal 40–50 °C trocknen, bis sie beim Brechen knacken
- Luftdicht im Glas lagern – so halten sie 6–12 Monate
Reishi wird nicht gebraten, sondern schonend bei max. 40 °C getrocknet und dann klein geschnitten oder gemahlen. Daraus lassen sich Tee, Pulver oder Tinkturen herstellen.
Probleme & schnelle Diagnose
Wenn etwas nicht sofort startet: ruhig bleiben. Meist ist es nur Feuchte oder Frischluft.
Nach 7–10 Tagen keine Pins
- Block wirkt trocken oder zieht sich zusammen? → mehr Feuchte, ggf. Box-Setup mit Spalt offen
- Block wirkt sehr nass oder muffig? → weniger sprühen und deutlich mehr Frischluft
- Wächst oben im Beutel statt am Schnitt? → Beutel oben eng umklappen und fixieren
- Zu warm? Über 24 °C fruchten viele Sorten schlecht – kühleren Standort suchen
- Shiitake: Kaltwasserbad über Nacht ist hier der Standard-Trick
Pilze werden lang & dünn („flauschige Füße“)
- Fast immer zu wenig Frischluft
- Lösung: luftiger aufstellen, Box-Deckel weiter öffnen oder öfter lüften
Lions Mane wird gelblich
- Meist zu trocken oder zu spät geerntet
- Lösung: konstante Feuchte mit feinem Nebel und rechtzeitig ernten
Wasser sammelt sich im Beutel
- Du sprühst zu viel oder direkt in die Öffnung
- Lösung: nur die Umgebung befeuchten und überschüssiges Wasser ablaufen lassen
Grüne, schwarze oder rosa Flecken – ist das Schimmel?
- Weißes, flauschiges Wachstum ist Myzel und völlig normal, auch wenn es watteartig aussieht
- Grün, schwarz, rosa oder orange zusammen mit muffigem oder säuerlichem Geruch = Kontamination. Solche Blöcke nicht mehr zum Verzehr nutzen
- Braune Kruste bei Shiitake und gelbliche Tropfen sind kein Schimmel
- Was tun? Block gut verpackt entsorgen (nicht im Wohnraum öffnen und ausschütteln), Hände waschen und bei uns melden – die Ernte-Garantie greift genau für solche Fälle
Weißer „Staub“ auf Möbeln rund um den Block
- Das sind Sporen – ein Zeichen, dass die Pilze reif oder schon leicht überreif sind
- Lösung: früher ernten, Unterlage verwenden und den Block nicht im Schlafzimmer aufstellen
Zweiter Flush – nochmal ernten
Nach der ersten Ernte ist längst nicht Schluss. Die meisten GrowKits geben mindestens zwei, manchmal drei Fruchtungswellen – wenn du den Block richtig reaktivierst.
- Schritt 1: Komplett sauber ernten. Alle Fruchtkörper restlos abschneiden, auch kleine Stummel – das vermeidet Fäulnis und Schimmel.
- Schritt 2: Wasserbad (optional, oft hilfreich). Block 6–8 Stunden in kaltem, sauberem Wasser einweichen und danach gut abtropfen lassen. Besonders hilfreich bei Shiitake und Austern-Arten. Ist dein Block noch sehr feucht, kannst du das Wasserbad weglassen.
- Schritt 3: Bedingungen wiederherstellen – wieder Feuchte, Frischluft und Geduld. Nach 5–10 Tagen kommt oft die nächste Welle, meist etwas kleiner als die erste.
Shiitake macht es anders: Er braucht nach der Ernte erst eine Ruhephase von 1–2 Wochen ohne Befeuchtung, in der die Oberfläche abtrocknen soll. Danach kommt das Wasserbad über Nacht (12–24 Std.) – Trockenphase plus Kältereiz lösen zusammen die nächste Welle aus. So sind oft 3–4 Erntewellen drin.
Zwei gute Ernten sind Standard. Ein dritter Flush ist möglich, fällt aber kleiner aus und braucht mehr Geduld.
Wenn nichts mehr kommt: Block weiterverwenden
Irgendwann ist die Energie im Substrat aufgebraucht. Wegwerfen musst du den Block trotzdem nicht:
- Im Garten auswildern: Block zerkleinern, an einer schattigen Stelle in Rindenmulch oder Stroh einarbeiten und feucht halten. Oft fruchtet das Myzel dort noch mehrere Male – besonders bei Austern- und Rosenseitling.
- Blumentopf oder Hochbeet: untermischen – das Substrat ist ein hervorragender Bodenverbesserer.
- Kompost oder Biomüll: vollständig kompostierbar. Die Plastikfolie bitte getrennt entsorgen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis mein GrowKit Pilze bildet?
Bei Austern-, Rosen- und Zitronenseitling sowie Lions Mane meist 5–10 Tage. Shiitake braucht oft 10–20 Tage, Reishi deutlich länger (erste Fruchtkörper nach 4–6 Wochen).
Muss ich das GrowKit sofort öffnen?
Am besten innerhalb von 3–5 Tagen nach Lieferung. Wenn es nicht anders geht, kannst du es ungeöffnet 1–2 Wochen bei 4–6 °C im Kühlschrank lagern – aber nicht luftdicht verpacken und nicht einfrieren.
Wie oft muss ich sprühen?
1–2× täglich ein feiner Nebel auf die Umgebung und den Beutel von außen. Nie direkt in die Schnittöffnung sprühen und kein stehendes Wasser im Beutel entstehen lassen.
Warum wachsen meine Pilze lang und dünn?
Das ist fast immer ein Zeichen für zu wenig Frischluft (zu viel CO₂). Stelle das Kit luftiger auf oder lüfte deine Fruchtungsbox mehrmals täglich.
Mein Shiitake-Block ist braun – ist er kaputt?
Nein. Shiitake bildet mit zunehmender Reife eine braune, lederartige Schutzkruste. Das ist völlig normal und sogar ein Zeichen dafür, dass er fruchtungsbereit ist.
Woran erkenne ich Schimmel?
Weißes, flauschiges Wachstum ist Myzel und normal. Grüne, schwarze, rosa oder orange Flecken zusammen mit einem muffigen oder säuerlichen Geruch deuten dagegen auf eine Kontamination hin – solche Blöcke nicht mehr zum Verzehr nutzen.
Wie oft kann ich einen Block ernten?
Zwei Erntewellen sind Standard, eine dritte ist oft möglich. Bei Shiitake sind mit Ruhephase und Wasserbad sogar 3–4 Wellen realistisch.
Wie lagere ich die geernteten Pilze?
Etwa 5–7 Tage im Kühlschrank, am besten in einer Papiertüte statt in Plastik. Zum Aufbewahren über Monate kannst du sie in Scheiben trocknen.
Kann ich Reishi essen wie andere Pilze?
Nein – Reishi ist zäh und verholzt und eignet sich nicht zum Anbraten. Er wird schonend getrocknet und als Tee, Pulver oder Tinktur verwendet.
Was mache ich mit dem Block, wenn nichts mehr wächst?
Du kannst ihn zerkleinert im Garten oder Hochbeet auswildern – oft fruchtet er dort noch weiter. Alternativ ist das Substrat vollständig kompostierbar; die Folie bitte getrennt entsorgen.
Noch Fragen oder etwas läuft nicht wie erwartet? Schreib an support@pilzlabor.com.