GrowKit-Anleitung
Reishi
Wo steht dein Kit gerade? Tipp die Phase an – die anderen kannst du jederzeit aufklappen.
Gestartet
Reishi wird nicht eingeschnitten. Er mag mehr CO₂ als die anderen Sorten, und das entsteht im geschlossenen Beutel von selbst. Hier ist Nichtstun tatsächlich der richtige Schritt.

- Beutel prüfen, ohne ihn zu öffnen: keine schleimigen Stellen, keine grünen oder schwarzen Flecken.
- Beutel geschlossen lassen – nicht einschneiden, nicht umklappen, nicht abziehen.
- Hell und indirekt aufstellen. Reishi wächst dem Licht entgegen.
- Warm stellen: ca. 22–28 °C. Reishi mag es deutlich wärmer als die Seitlinge.
Die Entscheidung kommt später: Im geschlossenen Beutel wächst Reishi geweihartig („Antler“). Für die klassischen flachen Fächer („Conks“) wird der Beutel oben aufgeschnitten, sobald die Geweihe 5–8 cm hoch sind.
Kein X-Schnitt an der Seite. Was bei Austernseitling und Lions Mane richtig ist, ist bei Reishi falsch: Ein seitlicher Schnitt lässt das CO₂ entweichen, das Reishi zum Wachsen braucht.
Ist das normal?
Der Block sieht watteartig weiß aus – ist das Schimmel?
Nein. Weißes, flauschiges Wachstum ist Myzel und völlig normal. Bedenklich sind grüne, schwarze, rosa oder orange Stellen zusammen mit muffigem oder säuerlichem Geruch.
Durchwachsung
Der Beutel bleibt zu. Er hält die Feuchte im Inneren selbst; von außen zu sprühen bringt hier nichts.

- Standort: helles, indirektes Licht. Kein direktes Sonnenlicht, keine Heizungsluft.
- Warm halten: ca. 22–28 °C. Unter 20 °C geht kaum etwas voran.
- Nicht sprühen und nicht öffnen – Feuchte und CO₂ regelt der geschlossene Beutel allein.
- Weiße Knubbel im Beutel sind der Anfang der Fruchtkörper. Gutes Zeichen.
Reishi lässt sich Zeit: erste Fruchtkörper oft erst nach 4–6 Wochen, die volle Entwicklung dauert 2–3 Monate. Das ist normal und kein Zeichen für einen Fehler.
Ist das normal?
Seit Wochen tut sich nichts. Ist etwas kaputt?
Bei Reishi ist das der Normalfall – rechne mit 4–6 Wochen bis zu den ersten Fruchtkörpern. Prüfe vor allem die Temperatur: Unter 20 °C wird es sehr zäh. Solange der Block weiß bleibt und nicht muffig riecht, ist alles in Ordnung.
Da wachsen fingerartige Gebilde statt Hüte.
Das ist die Geweihform („Antler“) und bei geschlossenem Beutel genau das erwartete Ergebnis – kein Fehler. Sie ist voll verwertbar. Willst du flache Fächer, öffne den Beutel oben, sobald die Geweihe 5–8 cm hoch sind.
Fruchtung
Jetzt fällt die einzige echte Entscheidung: Beutel zu lassen, dann bleibt es bei der Geweihform. Beutel oben öffnen, dann werden daraus die flachen Fächer.
- Geweihform behalten: Beutel geschlossen lassen, weiter warm und hell stellen. Mehr ist nicht zu tun.
- Fächerform: Beutel oben aufschneiden, sobald die Geweihe 5–8 cm hoch sind – nur oben, nicht an der Seite.
- Erst nach dem Öffnen braucht Reishi Frischluft und hohe Luftfeuchte: die Umgebung befeuchten, nie die Fruchtkörper selbst.
- Beobachten statt anfassen. Reishi wächst über Wochen, nicht über Tage.
Ein geöffneter Reishi wirft mit der Zeit braunen Sporenstaub ab, der sich auf Möbeln absetzt. Nicht im Schlafzimmer aufstellen und rechtzeitig ernten.
Ist das normal?
Auf den Möbeln liegt brauner Staub.
Das sind Sporen – ein Zeichen, dass der Fruchtkörper reif oder schon leicht überreif ist. Jetzt ernten, eine Unterlage verwenden und den Block nicht im Schlafzimmer aufstellen.
Es sammelt sich Wasser im Beutel.
Du sprühst zu viel oder direkt hinein. Nur die Umgebung befeuchten und überschüssiges Wasser ablaufen lassen.
Geerntet
Erntereif, wenn die hellen Wachstumsränder verschwinden und sich die Spitzen rotbraun färben. Der Fruchtkörper wird hart und holzig und wächst sichtbar nicht mehr weiter.

- Mit scharfem, sauberem Messer direkt am Block abschneiden.
- Kein Speisepilz für die Pfanne: Reishi wird schonend bei höchstens 40 °C getrocknet und zu Tee, Pulver oder Tinktur verarbeitet.
Eine zweite Welle ist möglich, fällt aber kleiner aus und braucht wieder mehrere Wochen. Das Kaltwasserbad, das bei den Seitlingen die nächste Welle auslöst, ist bei Reishi nicht üblich.
Ist das normal?
Wann ist der Block aufgebraucht?
Wenn keine Welle mehr kommt, ist die Energie im Substrat verbraucht. Wegwerfen musst du ihn trotzdem nicht: zerkleinert in Rindenmulch oder Stroh im Garten fruchtet er oft noch mehrmals, und im Hochbeet ist er ein guter Bodenverbesserer.
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- Immer nur der Schritt, der jetzt dran ist – statt der ganzen Anleitung auf einmal
- Eigene Fotos und Notizen: Du siehst nach Wochen, wie es sich entwickelt hat
- „Ist das normal?“ – Hilfe, wenn etwas anders aussieht als erwartet
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